NS-Zwangsarbeit in der Ruhr-Industrie - der Umgang mit dem (un)sichtbaren Verbrechen
Thematic focus
- Political History
- Museums, Memorials and Exhibitions
- Media and Public Discourse
- Other Forms of History Education
- History of National Minorities
- Histories of Discrimination and Persecution
- Histories of Violence
- Histories of Wars and Warfare
- History of Anti-Semitism
- History of National Minorities
- History of Racism
- Holocaust
- Remembrance / Collective Memory
- Europe
- 1945-2000
- 21st Century
Language
German
Country
Germany
Address
PACT Zollverein, Essen (Bullmannaue 20A, 45327 Essen)
Date
5 November 2026
Time
18:30 - 21:00
(GMT+01:00) Berlin
Description
Zwangsarbeit im Nationalsozialismus war allgegenwärtig. Sie war ein zentraler Bestandteil der deutschen Kriegswirtschaft. In der deutschen Industrie arbeiteten Millionen von Menschen aus allen besetzten Ländern Europas unter größtenteils menschenunwürdigen Bedingungen. Bis zur Gründung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) im Jahr 2000 wurden ehemalige Zwangsarbeiter:innen durch die deutsche Wirtschaft nur vereinzelt entschädigt. Ihre Schicksale blieben über Jahrzehnte weitgehend unbekannt, Täter:innen in Industrie und Politik oftmals unbestraft. Der politische und gesellschaftliche Aufarbeitungsprozess setzte erst spät ein. Auch in dem Steinkohlebergwerk und heutigen UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen mussten tausende Menschen – vor allem aus der Sowjetunion, aber auch aus anderen europäischen Ländern – Zwangsarbeit leisten. Vor diesem historischen Hintergrund diskutieren wir mit Vertreter:innen aus Industrie, Politik und Zivilgesellschaft über Zwangsarbeit als einzentrales Verbrechen des Nationalsozialismus. Wir setzen uns mit der Fragestellung auseinander, warum die systematische Ausbeutung von Zwangsarbeiter:innen über Jahrzehnte weitgehend unbekannt blieb, obwohl sich dieser unter aller Augen vollzog und zahlreiche Unternehmen von der Ausbeutung der Zwangsarbeiter:innen profitierten. Zugleich möchten wir der Frage nachgehen, weshalb der politische und historische Aufarbeitungsprozess so viele Jahrzehnte in Anspruch nahm. Wir fragen: Welche Lehren sind aus dem Umgang mit den NS-Verbrechen angesichts von Demokratiegefährdung, Rechtspopulismus und Antisemitismus zu ziehen? Welche Rolle spielt die Erinnerung an die NS-Verbrechen in Hinsicht auf Stärkung und Behauptung von Menschenrechten und resilienter Demokratie heute? Und wie kann und muss zeitgenössische historisch-politische Bildung zur NS-Zwangsarbeit und zum NS-Unrecht gestaltet werden?
Organiser
Stiftung EVZ
